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Auf dem Weg zu einem ökosozialen Europa… von Elisabeth Köstinger

Klima/Umwelt/Ressourcen Wirtschaft Gesellschaftspolitik

Das Konzept der Nachhaltigkeit fußt auf breitem europäischen Konsens. Ein schonender Umgang mit Ressourcen, bei dem Natur bewirtschaftet wird anstatt verwirtschaftet, ist dabei der gemeinsame Nenner. Europa, ein Kontinent mit langer Geschichte, denkt historisch und hört mit seinen Überlegungen deshalb nicht bei der eigenen Generation auf. Es ist darum bei jeder Entscheidung zu bedenken, was dies für die Kinder und zukünftigen Generationen bedeuten wird.

Kritik im Sinne der beurteilenden Vernunft ist ebenfalls ein zentrales Merkmal der Aufklärung. In einer freien Gesellschaft soll und darf prinzipiell alles der kritischen Prüfung unterzogen werden, selbst die Lebensgrundlage auf der diese Gesellschaft basiert. Es erscheint mir in der gegenwärtigen geopolitischen Lage und mit Blick auf die Entwicklungen der letzten 20 Jahre nicht übertrieben, von der (Europäischen) Union als der politischen Lebensgrundlage dieses Kontinents zu sprechen. So ist im Sinne der genannten Werte auch Kritik an der Union zu üben.

Europakritisch sollte aber heißen, sich kritisch mit den Entwicklungen und Prozessen innerhalb der europäischen Gemeinschaft und ihrer Politik auseinanderzusetzen. Eine solche Kritik ist konstruktiv und zielt auf die Mitgestaltung des Gemeinsamen.

Wir müssen Europa auf einen ökosozialen Weg bringen. Wir brauchen einen guten und gesunden Kreislauf, der Mensch, Natur und Wirtschaftskraft in Europa stärkt. Wir müssen die Energiewende vorantreiben und integrale Märkte schaffen – für ein sauberes und gesundes Morgen. Wir müssen im Bereich der Frauenförderung und Integration einiges weiterbringen. Wir brauchen europäische Lösungen und regionale Umsetzungsstrategien. Anders gesagt: Think European, act local. Zu tun gibt es auf alle Fälle genug. Erfolgreich sind wir allerdings nur, wenn wir unsere Komfortzone verlassen, die Ärmel aufkrempeln und anpacken und ja, oft auch kurzfristig unpopuläre Schritte setzen, um langfristig erfolgreich sein zu können.

Das Wichtigste ist, gemeinsam für ein erfolgreiches Europa zu arbeiten. Es geht darum, welche Werte, welches Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell wir im internationalen Tauziehen um Macht, Einfluss und wirtschaftlichen Erfolg im Auge behalten. Staaten und Gesellschaften, die hier die Nase vorne haben, werden auch in 20 oder 30 Jahren in der Lage sein, ihren Wohlstand zu sichern. Schließlich geht es um unsere Nachfahren hier in Österreich und in ganz Europa. Österreich, als weltoffenes Land mit einer aktiven Nachbarschaftspolitik ist und bleibt konstruktiver Teil der europäischen Wertegemeinschaft.

Auszug aus dem Buchbeitrag „Je suis EUROPE! Der Auftrag Europas an uns.“ in: Wer sich bewegt, verliert nicht. Herausgegeben von Elisabeth Köstinger & Stephan Pernkopf, Oktober 2015
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit zu diesem Buch finden Sie unter Publikationen.