Frau mit Kind

Entwicklungspolitik ist nicht nur ein Gebot der Humanität, sondern auch eine politische Notwendigkeit in einer interdependenten Welt, in der drängende globale Probleme nicht an Landesgrenzen Halt machen. Ernährungssicherung, Klima-, Ressourcen und Umweltschutz sind weltweite Aufgaben. Die gesamte Menschheit trägt gemeinsam Verantwortung für ihre Umsetzung.

Der Global Marshall Plan zielt einerseits auf faire Entwicklungschancen für alle Menschen auf unserem Planeten ab und andererseits auf eine faire globale Wirtschaftsordnung – eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft. Nur wenn diese beiden Aspekte in sich stimmig zusammenwirken, können sie zur vollen Entfaltung gelangen. Die Global Marshall Plan Initiative – das Ökosoziale Forum ist Gründungsmitglied – hat seit ihrer Gründung 2003 diese Ziele auf ihre Fahnen geheftet.

Global Governance: Leistungsfähige und demokratisch legitimierte Entscheidungsstrukturen auf globaler Ebene sind für die Menschheit überlebenswichtig geworden. Wir brauchen ein globales Institutionen- und Regelsystem sowie neue Mechanismen internationaler Kooperation, um diese globalen Herausforderungen und grenzüberschreitende Probleme bearbeiten können. Dabei geht es nicht um die Installierung einer Weltregierung, sondern vielmehr darum, die vorhandenen globalen Institutionen wie UNO, WTO, IMF, Weltbank, ILO etc. sowie bereits existierende globale Abkommen inhaltlich kohärent weiterzuentwickeln.

Die Durchsetzung weltweiter und kontrollierter Regeln für die internationalen Finanzmärkte sowie die Einführung einer Bagatellsteuer auf Finanztransaktionen können dazu beitragen, desaströse Spekulationsgeschäfte mit globalen Auswirkungen in Zukunft zu verhindern. Auch die Aufstockung des österreichischen Entwicklungsetats auf die mehrfach zugesagten 0,7 Prozent sind ein Gebot der Stunde.