AgrarThinkTank: Kommunikation auf dem Holzweg? – Landwirtschaft neu erzählen

Landwirtschaft

Beim AgrarThinkTank am 25. Juni in Wien, haben wir uns gemeinsam mit jungen LandwirtInnen die Frage gestellt: „Kommunikation auf dem Holzweg“ und haben mit Experten eine Strategie entwickelt, Landwirtschaft neu zu erzählen.

Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahren vergessen, Ihre Geschichten so zu erzählen, dass Sie bei den Menschen ankommen. Doch auch sie kommt nicht ohne Kommunikation aus. Kommunikation ist das Um und Auf, um eine nachhaltige, landwirtschaftliche Produktion real darzustellen. Doch welche Möglichkeiten der Kommunikation ergeben sich für meinen Betrieb? Wie kommt meine Botschaft an? Wer ist überhaupt meine Zielgruppe und worin liegt der Schlüssel darin erfolgreich zu kommunizieren? Wie kommen wir LandwirtInnen aus der Defensive? Das und vieles mehr haben wir beim AgrarThinkTank diskutiert. Wie kann es nun gelingen, die eigenen Zielsetzungen – sei es Sensibilisierung für landwirtschaftliche Prozesse oder eine solide Präsentation der eigenen Produkte – zu erreichen? Ziel war es gemeinsam mit ExpertInnen eine Kommunikationsstrategie für die eigene Sache zu erarbeiten.

Claus Reitan, Freier Journalist, Trainer und Moderator für Nachhaltigkeitskommunikation, sprach über den Status Quo der Medienwelt und erläuterte, was bei den Menschen ankommt. Er stellte die Frage, wer das Bild der Öffentlichkeit zur Landwirtschaft bestimmt. In seinem Vortag sprach er über den Monopolverlust der Journalisten & Journalistinnen auf die öffentliche Meinung. In den Medien bestünde ein Durcheinander aus einer Vielzahl an neuen Themen, wie Düngung, Klimawandel, Fristenregelung und Migration. Auch gibt es laut Reitan viele neue Arten zu informieren und zu kommunizieren. Durch die Digitalisierung und technische Konvergenz ist jede Information jederzeit verfügbar. Reitan sprach von der Macht der Frames (Bedeutungs-/Bezugsrahmen) und Bilder. Bisher waren Journalisten & Journalistinnen die Gatekeeper der Informationen, die an die Öffentlichkeit gehen und verantwortlich für das Agenda Setting und Framing.

DOWNLOAD der Präsentation

Matthias Mayr sagt von sich selbst: „Ich bin Ehemann, Papa und Bauer auf dem Oberländerhof." Bei seinem Vortrag #norisknofarm sprach er davon, wie bei den Menschen ankommt, was man sagen will.
Wie mache ich die Menschen also vom Kunden zum Fan? Die Antwort ist: Emotionalisierung der Leidenschaft! Mayr sagt:“ Die BäuerInnen sprechen zu wenig über ihre Leidenschaft, der Lebensmitteleinzelhandel zeichnet ein Bild, dass nicht der Realität entspricht.“ Landwirtinnen und Landwirte sollen beispielsweise am Stammtisch, in den sozialen Medien oder Vereinen ihre Chancen wahrnehmen. Seine Beiträge in den Sozialen Medien lösen Emotionen aus: Die Schlachtung vor Ort löst beim Kunden aktiv den Wunsch aus „bitte bring das Hendl für mich um“. Seine „Piepshow“ erzählt die Kükengeschichte für Kinde: Reise der Küken bis zur Schlachtung.
Die Homepage wird vorrangig für Reservierung von Fleisch genutzt. Facebook ist der Hauptkanal für die älteren Generationen. Instagram stellt schöne Fotos für die jüngere Generation bereit. Die Authentizität ist dabei sehr wichtig. Um glaubwürdig zu sein, ist es ausschlaggebend, die Bilder dann zu posten, wenn die Dinge passieren.
Auch ist es wichtig einen Mehrwert zu liefern. Mayr nennt sich selbst "Eggsperte" beziehungsweise „Farmfluencer“, denn eine Person in den Fokus zu stellen sei wichtig.
Auch Dinge wie Verluste, Krankheiten oder das Wetter zu thematisiert sind für eine aktive Kommunikation wichtig. Soziale Medien können auch zu „Unsozialen Medien“ werden und haben meist eher nur regionale Reichweite.

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Claus Reitan: Was wird kommuniziert und was kommt bei den Menschen an? – Claus Reitan

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Matthias Mayr:Wie kann ich mit den Menschen sprechen, damit ankommt was ich sagen will? #norisknofarm



Beim Workshop war das Ziel, gemeinsam mit den Experten eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln, um Landwirtschaft neu zu denken.


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...bei der Arbeit

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...bei der Arbeit


Wir haben in zwei Gruppen eine Zielgruppe definiert und uns gefragt: Wen will ich mit meiner Botschaft erreichen?

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Wir haben uns ein Ziel gesetzt und uns gefragt, was wir erreichen wollen.

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Beim erstellen der eigentliche Strategie haben wir einen Stufenplan ausgearbeitet der auf folgenden Fragen beruht:

1) Was kann die Landwirtschaft?

2) Warum wissen viele Menschen nichts davon? / Warum kommt dieses Wissen nicht bei den Menschen an?

3) Wiekönnen diese Hindernisse überwunden werden?

4) Welche konkreten „Messages“ sollen gesendet werden?

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In Kooperation:

 

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