Bioökonomie – Motor für nachhaltige Entwicklung in ländlichen Regionen?

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Internationaler Austausch führt zu neuen Perspektiven. Nach diesem Motto trafen sich österreichische und polnische Studierende, sowie TeilnehmerInnen aus Landwirtschaft und der Bioökonomie-Forschung zu einem Workshop in Wien. Dieser war Gemeinschaftsprojekt des Ökosozialen Forums Österreich & Europa und des Polnischen Hubs (Universität für Landwirtschaft in Krakau), der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen, sowie des AgrarThinkTanks.

Junge Menschen unter 30 wurden eingeladen, über Herausforderungen, notwendige Rahmenbedingungen und politische Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Bioökonomie in ländlichen Regionen zu diskutieren.

Zu Beginn lieferten drei ExpertInnen Beiträge zu sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Fragen. Es folgte ein World-Café, in dem die TeilnehmerInnen aktiv mit den Experten zusammenarbeiteten. An drei Tischen wurden ethische und rationale Aspekte des Landnutzungswettbewerbs, der Innovation und der ländlichen Entwicklung erläutert.

Ina Meyer (WIFO – Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) gab einen Beitrag zum Thema „Prospects for agricultural capacity – A European perspective“. Für Ina Meyer sind die wachsende Bevölkerung, Wirtschaftswachstum und Klimawandel Treiber, welche Nutzungskonflikte und Landknappheit beschleunigen. Sie wies auf die Notwendigkeit einer widerstandsfähigen Landwirtschaft für eine florierende Bioökonomie hin. Darauf folgte ein Beitrag von Markus Schermer (Universität Innsbruck, Institut für Soziologie) zum Thema „Future Innovation Necessities in Societal Practices for a Circular Economy“. Herr Schermer erläuterte verschiedene Ansätze, wie Gesellschaften gestaltet werden können und diskutierte insbesondere den Unterschied zwischen bio-technologischen und ökologisch-ökonomischen Ansätzen. Eine zentrale Botschaft war, dass der gesellschaftliche Fokus von „Lebensstandard“ hin zu „Lebensqualität“ übergehen muss. Thomas Dax (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen) hielt den Abschlussvortrag zum Thema „Bioeconomy as a Driver for Rural Development“. Im Mittelpunkt der Präsentation standen die Ergebnisse mehrerer Fallstudien im Bereich Forst- und Landwirtschaft, die im Rahmen des Pegasus-Programms (Horizon 2020) durchgeführt wurden.

Die TeilnehmerInnen des ersten Weltcafés (Landnutzungswettbewerb) legen großen Wert auf Ernährungssicherheit. Dies führte zu einem Fokus auf die Verwendung von Sekundärprodukten für bioökonomische Aktivitäten. Ein stetiges Wirtschaftswachstum wurde als Hindernis für eine nachhaltige Landnutzung angesehen. Nach Ansicht der TeilnehmerInnen hat die Bioökonomie das Potenzial, den ländlichen Raum wiederzubeleben. Im Bereich Landwirtschaft legten die TeilnehmerInnen großen Wert Biodiversität und biologischen Landbau. Auf dem zweiten Tisch (Innovation) erläuterten die TeilnehmerInnen den Begriff der "Sharing Economy". Darüber hinaus wurde auf das Potenzial für den ländlichen Tourismus hingewiesen, welches sich aus der Revitalisierung der ländlichen Gebiete ergibt. Auf dem dritten Tisch (ländliche Entwicklung) diskutierten die TeilnehmerInnen, wie viel Fläche für Aktivitäten der Bioökonomie ausgewiesen werden sollte. Als Potenziale nannten die TeilnehmerInnen die Zunahme der Beschäftigung und ebenfalls die Wiederbelebung des ländlichen Raums. Der Hauptfokus dieses Tisches lag auf der Erhöhung der Lebensqualität der Bewohner ländlicher Regionen.

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