1. La(n)d am Strome – der schnellste Weg zur E-Tankstelle

Österreichs Autos sollen in Zukunft mit Strom fahren. Rund 200.000 Autos mit Steckern sollen bis 2020 das heimische Straßenbild zieren, so hofft die Politik. Ein Zehntel davon (inklusive Plug-in-Hybridautos) soll bereits dieses Jahr unterwegs sein. Ob das Ziel bis 2020 erreicht wird, hängt von ganz praktischen Fragen ab: Darf eine Lademöglichkeit ohne weiteres überall installiert werden? Kann an jeder beliebigen Zapfsäule getankt werden? Ist die Bezahlung direkt an der Ladestation möglich? Wie weit komme ich überhaupt mit meinem Elektroauto?

Das Ökosoziale Forum Niederösterreich lud zur Diskussion mit Johannes Schmuckenschlager, Obmann des Ökosozialen Forums Niederösterreich, Michael-Viktor Fischer von Smatrics, Oliver Danninger von „e-mobil niederösterreich“, Christoph Schmidt vom Bundesverband Elektromobilität Österreich und Stefan Malzer von Tesla Österreich im Rahmen der Veranstaltung „La(n)d am Strome“ am 8.Oktober 2015 in Krems. Anschließend gab es noch einen Testbetrieb bei welchem unter anderem ein BMW i3, ein Kia Soul und ein Tesla Probe gefahren werden konnten. Folgende Erkenntnisse wurden aus der Diskussion gewonnen:

Elektromobilität: eine Herausforderung für die Raumordnung
80 Prozent der Ladevorgänge finden zuhause statt. Insofern möchte man meinen, dass öffentliche Ladeinfrastuktur nur eine Nebenrolle spielt. Dem ist aber bei weitem nicht so, weil das vorhandene Ladenetz bei der Kaufentscheidung eine große Rolle. Um hier ein ansprechendes Angebot aufzubauen, benötigt es Anreize für Gemeinden und Betriebe. Wer eine Ladestation errichtet, muss sich auch Gedanken über die Betreibung und Wartung der Station machen.

In Zukunft wird Laden zur Nebensache
Entgegen dem allgemeinen Eindruck, schritt der Ausbau der Ladenstationen in den vergangenen Jahren beachtlich voran, wie am Beispiel des Smatrics-Ladenetzes ersichtlich ist. Schon heute gibt es österreichweit alle 60 km eine Stromtankstelle von Smatrics. Bis Ende 2016 soll sich das halbieren. Allein Niederösterreich ist mit rund zwei Dutzend Schnellladestationen ausgerüstet, die Batterien je nach Leistung in nur 20 Minuten befüllen können.

Bezahlen: Bald ist Schluss mit dem Karten-Wirrwarr
Während beim Laden selbst kaum noch Hürden überwunden werden müssen, sieht es beim Bezahlvorgang anders aus. Wer ein E-Auto kaufen will, müsse daher noch mit Karten von rund vier Anbietern im Börserl rechnen, um flächendeckend Ladestationen vorzufinden. In Zukunft wird es daher Übersetzer brauchen. Der BEÖ arbeitet daher mit Hochdruck an einer ‚Stromtankstellen-Datenbank’ – einer Info-Fibel, die online über das richtige Laden informieren sollen und wichtige Informationen zu Standort, Ladezeit und Bezahlsystem enthalten.

Elektrisch Fahren macht sich bezahlt
Die Motive der Teilnehmenden für ein Kauf eines E-Autos: Unabhängigkeit, Kostenersparnis, umweltschonendes Verhalten, Verwendung von „eigenem“ Strom und künftig steuerliche Vorteile bei betrieblicher Anschaffung. Fakt ist, dass Elektrofahrer nicht nur eine Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen sondern auch an üblichen Kosten einsparen können. Unter Berücksichtigung des Vorsteuerabzugs können sich etwa Dienstwagenfahrer in fünf Jahren rund 30.000 Euro ersparen. Neben staatlichen Förderungen, macht auch die ausbleibende Wartung wie Ölwechsel und Motorcheck die Anschaffung eines Elektroautos vergleichsweise preiswert.