6. Projekttreffen „Lichtverschmutzung und Energiesparen“

Allgemein

Am 21. Oktober fand das 6. und einstweilen letzte Treffen zum Projekt „Nachhaltig Leben – JETZT“ statt. Dieses Mal ging es um das Thema Lichtverschmutzung, sprich die künstliche Aufhellung des Nachthimmels vor allem in Ballungsräumen. Auch zum Energiesparen in Haushalten gab es viele Tipps und wissenswerte Informationen.

Zu Gast mit vielen Inputs waren Ing. Heribert Kaineder (Land OÖ – Abteilung Umweltschutz) und Ing. Franz Mitmasser (Energiesparverband OÖ) – danke dafür!

Lichtverschmutzung

Diese ist ebenso wie Luftverschmutzung, Umweltverschmutzung oder Wasserverschmutzung ein wichtiges Thema. Worin liegt das Problem konkret:

  • lichtstarke Anstrahlungen von Betrieben und Reklameflächen
  • grelle Leuchtschilder
  • übernormerfüllende Straßenbeleuchtung
  • zunehmend weißes (blauhaltiges Licht ) – LED

Dadurch wird der Nachthimmel jährlich um ca. 6% heller. Für Stadtbewohner ist daher die Milchstraße niemals zu sehen.

Wie wirkt sich das auf Mensch, Natur und Umwelt aus?

  • Störung des Tag-Nacht-Rhythmus: die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und damit der gesunde, ausreichend lange und erholsame Schlaf wird gestört
  • Blendung und Ablenkung im Verkehr
  • Beeinträchtigung der Lebensbedingungen und -erwartung von Tieren – 60% der Tiere sind nachtaktiv
  • Störung der Vegetationsphasen – beispielsweise blühen beleuchtete Bäume schneller

Lichtmessnetz

Oberösterreich verfügt über ein Lichtmessnetz mit 23 Messpunkten, an denen die Nachthelligkeit erhoben wird. Gemessen wird beispielsweise in der Linzer Goethestrasse, bei der Giselawarte und am Zöbelboden. Die Goethestrasse ist heller erleuchtet, als sie es in Vollmondnächten wäre. Dennoch gibt es in Oberösterreich Plätze im Mühlviertel oder in den Kalkalpen, die nachts komplett dunkel sind. Dort sind sogenannte Dark-Sky-Parks geplant, die voraussichtlich Anfang des Jahres 2020 entstehen sollen.

Weitere Informationen zur Lichtmessung in OÖ:
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/115999.htm

Lösungsansätze

  • Licht nur dort, wo es gebraucht wird – Beleuchtungskörper auf das zu beleuchtende Objekt richten, bei Straßenlaternen zB. nach unten anstelle von 360 Grad.
  • bedarfsorientierte Beleuchtung: Straßenbeleuchtung kann sich an die Verkehrsdichte anpassen
  • Warmweisses Licht verwenden – geringer Blauanteil im Spektrum
  • Bewusstseinsbildung: vielen Betrieben ist es nicht bewusst, dass zB. die Fassadenbeleuchtung die Anrainer stört. Betriebe aufmerksam machen – hingehen – nachfragen.
  • Im eigenen Haus und Garten: Bewegungsmelder
  • Aufklären und das Gespräch suchen: fällt übermäßige Beleuchtung auf bzw. stört sie, sollte man ins Gespräch kommen, da die gesetzliche Handhabe minimal ist
  • Einfach mal abdrehen: Gartenbeleuchtung, Weihnachtsbeleuchtung etc. muss nicht immer leuchten

Übrigens: der vielzitierte Aspekt der Sicherheit wird durch Beleuchtung nicht erreicht. Beispielsweise sind stark beleuchtete Bushaltestellen objektiv betrachtet nicht sicherer – Personen stehen dadurch eher mehr „in der Auslage“, sehen aber aus der Dunkelheit herannahende Personen erst sehr spät.

Video zum Thema Lichtverschmutzung:

Energiesparen im Haushalt

Auch hier ist Bewusstseinsbildung und Information wohl die wichtigste Komponente, um im eigenen Haushalt Energie sparen zu können. Wußten Sie, wofür Sie Energie verbrauchen?

  • 56% Raumheizung
  • 31% Auto
  • 6,4% Elektrische Haushaltsgeräte
  • 6% Warmwasser
  • 0,6% Beleuchtung

Rechnet man das Auto nicht ein, sondern tatsächlich nur den Haushalt, so erhöht sich der Anteil der Heizung auf 76%!

Dämmung und Heizkosten

Die Wohlfühltemperatur im Wohnraum liegt bei etwa 20-23 Grad. Um diese Innentemperatur zu erreichen bzw. zu halten, ist je nach Dämmung mehr oder weniger Temperatur nötig. Entweicht hier viel, so muss die Heizung dementsprechend höher eingestellt werden. Kann die nötige Temperatur um 1 Grad gesenkt werden, so reduzieren sich die Heizkosten um 6%, bei 4 Grad macht dies bereits rund 25%, also ein Viertel der Heizkosten aus! Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, auf gute Dämmung und damit effizientes Heizen im Wohnraum zu achten.

Tipps fürs Energiesparen im Haushalt

  • Strom ausschalten statt Stand-By: In so manchem Beispiel wird nur ein kleiner Stromanteil tatsächlich für den Betrieb eines Gerätes verbraucht – der Großteil des Verbrauchs bleibt bei Stand-By aufrecht
  • Warmwasser: Sparduschen haben deutlich weniger Wasserdurchfluss und sparen somit bares Geld
  • Effizientes Bauen: Nutzen von Sonnenlicht und Installation von Photovoltaik-Anlagen
  • Kühlen und Gefrieren: regelmäßig Abtauen
  • Beim Kauf von Lampen nicht nur auf den Preis, sondern auf die angegebenen Werte achten: Lumen / Watt dividiert sollte mind. 100 ergeben, sodass man von einer zeitgemäß effizienten Lampe sprechen kann

Fahrzeuge der Zukunft

Wie werden wir uns künftig fortbewegen? Einige Fakten und Mythen zum Thema wurden aufgezeigt:

  • Für die Verbreitung von E-Autos fehlt die Infrastruktur: zu wenige Ladestationen bei zu langer Ladedauer
  • Viele unterschiedliche Stecker erschweren das Laden.
  • Über die gesamte Lebensdauer (Produktion + Betrieb) betrachtet sind E-Autos dennoch rund um 1/4 effizienter im CO2-Ausstoss als Benzinfahrzeuge
  • Wasserstoff-Fahrzeugen wurde nur wenig Bedeutung geschenkt, Wasserstoff ist ein vielseitig einsetzbarer Energieträger
  • Aktuell gibt es 4 Wasserstoff-Tankstellen in Österreich, 2 in Italien
  • Mythos Brandgefahr: Benzin-/Dieselfahrzeuge brennen nicht schneller oder langsamer als Elektroautos und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge

Beratung beim Energiesparverband

Ob Wohnungsmieter oder Häuslbauer – der OÖ Energiesparverband berät unabhängig zu verschiedensten Energiethemen. Das reicht vom Verleih eines Stromverbrauch-Messgeräts bis hin zur Vor-Ort-Beratung, zu Wärmepumpen, Heizanlagen und Solarzellen und -speicher.

www.energiesparverband.at