Ökosoziale Studienreise in die Niederlande

Landwirtschaft Klima/Umwelt/Ressourcen Nachlese


25. September:

Der Start

Mit dem Zug machte sich das Ökosoziale Forum Österreich & Europa gemeinsam mit dem Ökosozialen Studierenden Forum am 25. September auf den Weg in die Niederlande. Ziel war es, mehr über Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie zu erfahren. Deshalb wurden viele spannende Exkursionen zu wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und Organisationen in diesem Bereich geplant. Im Zug angekommen, startete der erster Workshop zum Thema Bioökonomie auf dieser Reise. Als erstes sollten alle Studierenden aufschreiben oder aufmalen, was sie unter dem Begriff Bioökonomie verstehen. Danach gab es einen Input zum Thema Bioökonomie. Der Input fiel allerdings etwas kürzer als geplant aus, da alle Studierenden schon sehr gut über dieses Thema Bescheid wussten. Anschließend wurde das BLOOM-Projekt erklärt: BLOOM ist eine Koordinierungs- und Unterstützungsaktion der EU, die von 2017 bis 2020 durchgeführt wird. Das Projekt zielt darauf ab, Partner aus ganz Europa zusammenzubringen, um über das Potenzial der Bioökonomie zu diskutieren, zu kommunizieren und die Öffentlichkeit einzubeziehen. Bioökonomie ist eine auf Biomasse basierende Wirtschaft. Sie verspricht die Förderung einer Kreislaufwirtschaft und eine Verbesserung des Klimaschutzes bei gleichzeitiger Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.Trotz ihrer vielfältigen Anwendungen und ihrer Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen, muss sie noch ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Mehr zu BLOOM!


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...schon im Zug geht es um die Bioökonomie

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...Was ist Bioökonomie und was hat die Universität Wageningen damit zu tun?

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26. September:

 

Universität Wageningen

Nach der langen Zugreise in die Niederlande, ging es am 26.9. direkt zur Universität in Wageningen, wo die TeilnehmerInnen des AgrarThinkTanks zu der Gruppe stießen. Von Raymond Schrijver wurde die Gruppe mit einem kleinen Vortrag über sein Forschungsgebiet empfangen. Danach gab es einen kurzen Input darüber, woran die Universität forscht und worauf der Fokus liegt. Bei der Anschließenden Führung durch die Biolabs gab es insgesamt fünf Labors zu sehen, die in zwei verschiedenen Kategorien aufgeteilt waren: Die erste ist ein Fermentations-Labor, in dem die Rohmaterialien für Bioplastik entstehen. Theoretisch könne man hier Cidre herstellen, erklärte unser Guide mit einem Augenzwinkern. Die zweite Laborkategorie ist für den nächsten Produktionsschritt in der Bioplastikproduktion gedacht. Nach diesem Rundgang hielt Remco Kranendonk einen Vortrag über BLOOM und den niederländischen Hub. Er zeigte Aspekte von Bioökonomie auf und gab Beispielbilder von Produkten. Danach gab Raymond Schrijver einen kurzen Ausblick in die Zukunft und sprach über mögliche Probleme sowie Limitierungen der Bioökonomie. Von Seiten der TeilnehmerInne wurde der technische und sehr intensive Zugang der Niederländer, bezogen auf Bioressourcen stark diskutiert und kritisiert.

 

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...in den Biolabs


27. September:

World Horti Center 

Am 27.09 stand das World Horti Center auf dem Programm. Der Weg dorthin führte durch eine Glashaus-Landschaft. Das World Horti Center vereint die Zusammenarbeit zwischen Bildung, Forschung, Politik, Handel und Industrie in der Glashausproduktion. Es ist das erste seiner Art, welches auch Wissen und Innovationen vereint. Empfangen wurden wir von Jan Enthoven mit einem Film über das Center. Der Film zeigte unsere Welt: Knappe Ressourcen und stetiges Bevölkerungswachstum als Bedrohung unserer Ernährungssicherheit. Das World Horti Center sieht die ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion in optimierten Glashäusern als Lösung dafür. Danach wurden wir durch die Ausstellungsstände von diversen Unternehmen, die in der Glashaustechnologie tätig sind, geführt. Im Mittelpunkt stand hier die Kreislaufwirtschaft, sowie das Recycling von Pflanzenabfallprodukten. Der grundsätzliche Tenor war: Glashausproduktion kann ressourcenschonender sein als die Produktion im Freiland. Nach dem Rundgang bestand die Möglichkeit ein Glashaus genauer anzusehen und die zuvor erklärten Technologien in Verwendung zu sehen. Die meisten Kulturarten waren Tomaten, Gurken und Zierpflanzen.

 

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...modernste Glashaustechnologie zum Angreifen

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Floating Farm:

Anschließend ging es zur „floating farm“: Im Jahr 2012 hatten die Entwickler erstmals die Idee zu einer stadtnahen, hochwassersicheren Landwirtschaft. Die „floating farm“ ist kreislaufbasiert und will Versorgungsketten zur Stadt hin verkürzen und Bewusstsein für landwirtschaftliche Produktion bei der städtischen Bevölkerung schaffen. Seit Mai 2019 stehen auch Kühe auf der Farm. Die „floating farm“ versorgt sich mittels schwimmender Solaranlagen selbst mit Strom. Das Regenwasser wird durch eine spezielle Dachkonstruktion aufgefangen und in den Kreislauf eingeführt.  Durch diverse Partner der „floating farm“ war es überhaupt erst möglich diese zu bauen. Mit 2,7 Millionen Euro sind die Kosten um ein Vielfaches höher, als bei einem anderen Milchviehbetrieb.

https://www.floatingfarm.nl

 

 

rotterzwam Pilzfarm:

 

Am selben Tag noch hat uns das Unternehmen rotterzwam empfangen. Rotterzwam produziert Speisepilze auf Kaffeesatz und denkt Abfall- und Kreislaufwirtschaft neu. Dort angekommen hieß uns Mark Slegers, der Begründer und Eigentümer, willkommen. Seit Mai 2019 produziert rotterzwam in Schihaven in Rotterdam Speisepilze. Hier werden in gebrauchten Containern jeden Monat 6.000 bis 7.000 Kilogramm Kaffeesatz in 1.200 bis 1.400 Kilogramm Austernpilze verwandelt. Die Pilze werden direkt verkauft und/oder verarbeitet. Rotterzwam ist nicht nur eine Pilzzucht: Es werden Workshops angeboten, Pakete zur Pilzzucht zu Hause vertrieb, sowie diverse andere Produkte aus den Austern Pilzen oder dem Kaffee vermarktet. Nach einer kurzen Einführung gab es einen Rundgang, bei dem der Lebenszyklus der Austernpilze erklärt wurde: das Myzel der Pilze benötigt 8 Wochen, bis es sich durch den ganzen Kaffee gezogen hat. Danach geht alles relativ schnell und die Fruchtkörper sind innerhalb von 5 Tagen bereit für die Ernte. Der gebrauchte Kaffee kommt aus Büros in ganz Rotterdam. Nach dem Rundgang hieß es „Hands On“ für die TeilnehmerInnen. In der Gruppe wurde der Nährboden für die Pilze hergestellt. So entstand die Pilzfarm zum Mitnehmen. Das Nährsubstrat besteht nicht nur aus Kaffee, sondern auch aus Kalk, Kaffeeschalen und dem Pilzmyzel, das an Hirsezamen haftet. Nach getaner Arbeit blieb Zeit für ein gemeinsames Bier mit dem Gründer.

 

https://www.rotterzwam.nl/en_US/

 

...die Pilzzucht für Daheim

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...wir verwandeln Kaffeesud in Pilze

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Mit freundlicher Unterstützung von:

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