Kinder mit Strohballen am Feld.

Nachhaltige Landwirtschaft – ist das nicht eigentlich ein Pleonasmus, also eine Häufung von sinnähnlichen Wörtern? Der Begriff Nachhaltigkeit wurde, historisch gesehen, erstmals in Verbindung mit der Forstwirtschaft erwähnt und bedeutet, dass einem System nicht mehr entnommen werden darf, als jeweils künftig wieder bereitgestellt werden kann. Also ein langfristig angelegtes Konzept, das sich in der Bewirtschaftung von Boden und weiteren Ressourcen widerspiegeln soll. Auf kurzfristige Gewinnmaximierung oder Ausbeutung, ob ökologisch oder sozial, muss verzichtet werden, sonst zerstören wir langfristig die unsere eigene Grundlage für Wirtschaften und Leben.

Die gesellschaftliche Hauptaufgabe von Bäuerinnen und Bauern ist und bleibt die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln. Bis 2050 soll die Weltbevölkerung auf 9,6 Milliarden Menschen anwachsen. Nach aktuellen Schätzungen könnten 2100 sogar über elf Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Daher ist es wichtig, eine ausreichende und adäquate Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Das bringt neue Herausforderungen mit sich, vor allem auf globaler Ebene. Transfer von Wissen und Know-how spielt hier eine wesentliche Rolle. In Österreich hat fast die Hälfte der BetriebsleiterInnen eine spezifische landwirtschaftliche Ausbildung, was im EU-Durchschnitt vergleichsweise hoch ist. Bildung ist bei nachhaltiger Landwirtschaft der Schlüssel zum Erfolg.

Landwirtschaftliches Denken orientiert sich meist an Kreisläufen, das kann das Denken in Betriebskreisläufen, in Jahreszyklen aber auch in Generationen sein. Das Credo einer nachhaltigen Landwirtschaft ist Generationengerechtigkeit. Generationengerechtigkeit in dem Sinne, dass egal bei welcher Handlung, die stetige Verbesserung über Generationen hinweg das Ziel sein muss. Das gelingt in unterschiedlichen Strukturen, besonders gut funktioniert es bei Familienbetrieben. Die Vereinten Nationen riefen 2014 als das Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe aus. Weltweit sind rund 80 Prozent der Landwirtschaft in Hand von Familienbetrieben und auch die Strukturen in Österreich sind größtenteils typisch kleinbäuerlich und familiär. Das bedeutet nicht nur, dass eine Familie den Hof bewirtschaftet, sondern oft, dass Werte über Generationen weitergegeben werden. Werte, die für ländliche Regionen wesentlich sind und das gesellschaftlichen Zusammenleben stärken.

Nachhaltige Landwirtschaft hat viele Facetten – aber bedeutet im Endeffekt mit ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit zu wirtschaften. Wenn das passiert, wird das Adjektiv „nachhaltig“ überflüssig.

Faktensammlung zum Thema Landwirtschaft

Landwirtschaftlicher Flächen

Factsheet (Jänner 2020): CO2-Bilanzierung der Land- und Forstwirtschaft in Österreich

Das nachfolgende Factsheet hat zum Ziel, die jährlichen CO2-Emissionen sowie die jährliche CO2-Bindung Österreichs mit speziellem Fokus auf die Land- und Forstwirtschaft zu beschreiben. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen (in Mio. Tonnen CO2-Äquivalent) von 1990 bis 2010 nach ...
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Factsheet (Oktober 2019): Vorsicht Nährstofflücke! Keine Nährstoffe im Boden, kein Essen am Teller

Factsheet (Oktober 2019): Vorsicht Nährstofflücke! Keine Nährstoffe im Boden, kein Essen am Teller

Nährstoffversorgung des Bodens als Grundvoraussetzung für unser Leben Anorganische Nährstoffe bzw. Mengen- und Spurenelemente sind essenziell für das menschliche Leben. Da sie der Körper selbst nicht produzieren kann, müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit ...
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Bub hält Fisch in den Händen

Factsheet (Oktober 2018): Fisch und UN-Nachhaltigkeitsziele in globaler Perspektive

Die weltweite Produktion von Fisch steigt seit den 1950er Jahren stetig an und lag 2016 bei 171 Millionen Tonnen. Während die Fangfischerei seit den späten 1980er Jahren stagniert, nimmt Aquakultur einen immer größeren Anteil an der globalen Produktionsmenge ein. 2016 ...
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Erdkugel mit Bäumen

Factsheet (Juni 2018): Der Wald und die UN-Nachhaltigkeitsziele

Wälder haben eine enorme ökologische Bedeutung. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Luft- und Wasserfilter sowie wichtiger Kohlenstoffspeicher. Wälder haben aber auch wichtige ökonomische Funktionen, v. a. als Lieferant von Holz für Energie, als Baustoff und für weiterverarbeitete Produkte ...
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Schweine fressen aus Trog

Factsheet (Juni 2017): Eiweißlücke & Tierernährung

Sojaimporte, Auswirkungen und mögliche Alternativen? Südamerika versorgt uns EuropäerInnen über Sojaexporte mit Eiweiß, das einen essentiellen Bestandteil der Futterrationen unserer heimischen Nutztiere darstellt. Auf der anderen Seite des Atlantiks verursacht diese Handelspraxis soziales und ökologisches Elend. Kapitalstarke Unternehmen kaufen riesige ...
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Nachhaltigkeit in Zahlen und Fakten

Nachhaltigkeit in Zahlen und Fakten

2013 hat das Ökosoziale Forum die österreichische Land- und Forstwirtschaft einem Nachhaltigkeitscheck unterzogen und bezüglich ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit in einem internationalen Vergleich dargestellt. Im Spitzenfeld liegen vor allem Länder in Nord- und Mitteleuropa. Für eine ökosoziale Landwirtschaft ...
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Maisanbau in Österreich

Maisanbau in Österreich

Mais ist eine der leistungsfähigsten Kulturpflanzen, die nicht zuletzt aufgrund ihres Wachstumspotentials, ihrer Widerstandsfähigkeit und ihres breiten Nutzungsspektrums weltweit in hohem Maße angebaut wird. Mais kann als ganze Pflanze verwertet werden, sowohl im Energie-, als auch im Lebensmittel- oder Futterproduktionssektor ...
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