In den 1980er Jahren erkannte Josef Riegler, dass das Erfolgs-Konzept der Sozialen Marktwirtschaft um die Umweltkomponente erweitert werden müsse. Aus seinen Überlegungen formulierte er 1989 eine gesellschaftspolitische Vision: die Ökosoziale Marktwirtschaft.

Das Neue am Modell der Ökosozialen Marktwirtschaft bestand darin, für den Umweltschutz vor allem die Dynamik des Marktes zu nutzen, indem durch ökologische Kostenwahrheit, Verursacherprinzip und eine ökosoziale Steuerreform auf dem Markt die richtigen Signale für eine nachhaltige Entwicklung gegeben werden. Wenn es der Politik gelingt, auf allen Ebenen dieses anspruchsvolle Ziel durchzusetzen, wird Umwelt- und Klimaschutz zum Selbstläufer!

Riegler gründete das Ökosoziale Forum, das sich seither für die Umsetzung dieser Idee einsetzt. Angesichts der derzeitigen Herausforderungen ist eine Entwicklung, die Wirtschaft, Soziales und Umwelt gleichermaßen fördert, notwendiger denn je. Eine ökosoziale Entwicklung also, die Arbeit schafft, die Wirtschaft stützt und die Umwelt schützt. Ein Gleichgewicht zwischen den drei Achsen bedarf Ausgleich und Augenmaß. Das tägliche Ringen bedarfauch täglicher Weiterentwicklung.

Aktuell ist das Leitmotiv der Ökosozialen Marktwirtschaft der Wunsch, der „Generation Klimawandel“ – jene Generationen, die mit dem Wissen um die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels aufwachsen – dauerhaft ein gutes Leben zu ermöglichen. Im Mittelpunkt aller Überlegungen steht der Mensch: ein freier, eigenverantwortlicher und gestaltender Mensch, der in seinem Umfeld auch Verantwortung für das Wohlergehen anderer übernimmt. Der regional handelt und gleichzeitig global denkt. Der die Konsequenzen seines Handelns in einem größeren geographischen und historischen Zusammenhang sieht.

Im Jahr 2019 hat der wissenschaftliche Beirat des Ökosozialen Forums ein Grundsatzpapier erarbeitet, das als Wegweiser für die Generation Klimawandel dient. Darin sind darin die großen Herausforderungen unserer Zeit im österreichischen Kontext formuliert . In 13 Aktionsfeldern wird das Arbeitsspektrum des Ökosozialen Forums für die kommenden Jahre skizziert.

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