30 Jahre Ökosoziale Marktwirtschaft

Ökosoziale Marktwirtschaft Wohlstand für Generationen

Die Idee der Ökosozialen Marktwirtschaft wird heuer 30 Jahre alt. Ihr Grundgedanke ist die Balance der drei „Dimensionen“ der Nachhaltigkeit. Der Gründer des Ökosozialen Forums und Vater der Ökosozialen Idee, Vizekanzler a.D. Josef Riegler, schuf damit ein richtungsweisendes Konzept, das 30 Jahre nach seiner Entstehung aktueller denn je ist.

Die Idee entstand in der Zeit der Vorbereitungen auf die erste große Weltkonferenz von Rio (Rio 1992), und in etwa zeitgleich mit dem Brundtland Bericht („Our Common Future“) der UNO-Sonderkommission, in dem der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung geprägt und definiert wurde: als eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.

Riegler hatte, eingedenk der Voraussagen des Club of Rome, und geprägt von den Umweltkrisen der Zeit (Stichwort Waldsterben) das Konzept der sozialen Marktwirtschaft um die ökologische Komponente erweitert, und zur „Ökosozialen Marktwirtschaft“ weitergedacht.

Im Kern der Überlegungen steckt eine simple Idee: das Wirtschaftsleben soll in Form einer Marktwirtschaft leistungsfähig organisiert sein. Die negativen Auswirkungen wirtschaftlichen Handelns auf Gesellschaft und Umwelt sollen aber durch einen Ordnungsrahmen minimiert werden. Es geht also darum, dass die Ausbeutung von Mensch und Natur, wie sie in der reinen Wettbewerbswirtschaft zu beobachten ist, durch Regeln und Rahmenbedingungen verhindert wird.

„Soziale Gerechtigkeit, Schutz der Umwelt und wirtschaftlicher Erfolg sind die Eckpunkte der Ökosozialen Marktwirtschaft. Die große Herausforderung ist es, diese Aufgaben „unter einen Hut“ zu bringen. Die ökosoziale Marktwirtschaft wurde genau dafür entwickelt, und die Idee ist heute so aktuell wie nie zuvor.“

Hans Sailer, Präsident des Ökosozialen Forums Wien

Wichtige Eckpunkte sind laut Riegler auch ihre Prinzipien und Umsetzungs-Instrumente: Ökologische Kostenwahrheit, Striktes Verursacherprinzip, Umbau von Steuern, Abgaben und Förderungen zugunsten der Nachhaltigkeit.

Die ökologischen Krisen – schon damals erkannt – haben sich seither jedoch leider nicht entschärft, sondern sogar in außerordentlichem Maße zugespitzt.

„Wohin wir auch schauen, die Herausforderungen
der Menschheit waren noch nie so gigantisch wie heute. Es ist meine Erfahrung und meine tiefste Überzeugung, dass wir als Menschheit heute zur weltweiten Schicksalsgemeinschaft geworden sind. Die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, gehen uns alle an, und wir werden sie auch nur gemeinsam lösen können.“

Josef Riegler

Riegler hat die Bewältigung dieser Herausforderungen immer als gemeinschaftliche Aufgabe begriffen. Das Ökosoziale Forum und die Ökosozialen Länderforen wurden gegründet, um die ökosoziale Idee in überparteilicher Zusammenarbeit beständig voranzutreiben.

„Mein Anliegen war immer, das ökosoziale Forum als eine überparteiliche Bewegung zu verstehen, die alle guten, konstruktiven Kräfte zusammenfasst.“

Josef Riegler

In diesem Geiste gründete Josef Riegler und Michael Häupl 1999 das Ökosoziale Forum Wien. Der Geist der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zeigt sich auch nach zwanzig Jahren noch ebenso lebendig und stark. Der Festakt „20 Jahre Ökosoziales Forum Wien“ im März diesen Jahres bekräftigte diesen Geist der Zusammenarbeit, und die Entschlossenheit, gemeinsam an der Bewältigung der großen Herausforderungen zu arbeiten – das betonten insbesondere auch die anwesenden Ehrengäste Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, sowie die GR LAbg Mag. Josef Taucher und BVin Mag. Veronika Mickel-Göttfert.

(zur Nachlese: 20 Jahre Ökosoziales Forum Wien)