Drei neue FairTeiler Kühlschränke – aktiv gegen Lebensmittelverschwendung

Nahrungsquelle Wien

Mitte März 2018 war es endlich soweit, die 3 neuen FairTeiler Kühlschränke wurden als Kooperationsprojekt mit den Nachbarschaftszentren des Wiener Hilfswerks eröffnet! Das Ökosoziale Forum Wien unterstützt damit, nach dem Grätzelkühlschrank in der VHS 22 und dem Fair-Teiler-Kühlschrank beim Stadtteilmanagement der Seestadt Aspern, fünf Projekte in den Bezirken Mariahilf, Josefstadt, Hernals und Donaustadt! Die Idde hinter diesen Kühlschränken ist es Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten und diese anderen Menschen zur freien Entnahme zur Verfügung zu stellen. Die Nachbarschaftszentren sind dafür optimale Orte, da die Kühlschränke dort von ehrenamtlichen – Hand in Hand mit hauptamtlöichen MitarbeiterInnen betreut werden und so immer ein Auge auf die Lebensmittel gerichtet ist, das zu Sicherheit, dass keine verdorbenen Waren in den Umlauf kommen. Um eine optimale Qualitätssicherung zu haben, wurden die ProjektteilnehmerInnen auf unsere Initiative hin, von MitarbeiterInnen des Markltservice geschult und in den wesentlichen Aufgaben instruiert.

Die FairTeiler stehen:

  • Nachbarschaftszentrum 6, Bürgerspitalgasse 4–6 , 1060 Wien
  • Nachbarschaftszentrum 8, Florianigasse 24, 1080 Wien
  • Nachbarschaftszentrum 17, Hernalser Hauptstraße 53, 1170 Wien
  • Volkshochschule Donaustadt, Bernoullistr. 1, 1220 Wien
  • Stadtteilmanagement Seestadt, Hannah-Arendt-Platz 1 (Erdgeschoß), 1220 Wien

Dieses Projekt wird im Rahmen der „Nahrungsquelle Wien“ umgesetzt! Hintergrund: Lebensmittel sind ein zentraler Hebel um Umwelt und Klimaschutz Politik zu machen.

Es beginnt schon bei der Produktion:

  • Land- und Bodenverbrauch: Es ist eine Verschwendung von unvorstellbarem Ausmaß: Laut einem Uno-Bericht (UNEP) wird mehr als ein Viertel der weltweiten Ackerfläche zur Produktion von Nahrung genutzt, die direkt in die Mülltonne wandert. Gleichzeitig hungern 870 Millionen Menschen. Demnach werden 28 Prozent des gesamten weltweiten Ackerlandes genutzt, um Nahrung zu produzieren, die nie gegessen wird. Die direkten finanziellen Einbußen beliefen sich jährlich auf 565 Milliarden Euro – weggeworfener Fisch und Meeresfrüchte noch nicht einmal mitgerechnet.
  • Der Boden ist aber auch einer unserer wichtigsten CO2 Speicher und wird durch die intensive Landwirtschaft auf Generationen hinaus in seinem Gleichgewicht zerstört
  • Wasserverbrauch: Die Produktion von Lebensmitteln, die später nicht verzehrt werden, verbrauchen jährlich etwa 250 Kubikkilometer Wasser. Das entspricht dem fünffachen Volumen des Bodensees
  • Umgang mit Pestiziden und Fungiziden, zerstört die Biodiversität am Acker und auch im Boden.

Der Transport rund um die Welt ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor zur Luftverschmutzung und den Verbrauch von wichtigen Rohstoffen.

Und wenn dann noch mit Lebensmittel sorglos umgegangen wird, so gehen sie als Abfall schon

  • am Feld,
  • beim Transport,
  • in der Logistik der Verteilung und Lagerung sowie
  • im Handel und schlussendlich
  • beim Konsumenten

verloren und landen in der Mülltonne!

Ein paar Fakten dazu:

Laut dem Uno-Bericht gehen 54 Prozent der verschwendeten Nahrungsmittel bereits während

  • der Produktion,
  • der Nachernte und der Lagerung verloren.
  • Die Verschwendung bei Weiterverarbeitung, Auslieferung und Konsum ist stärker ein Problem der Industrieländer.

Jede/r Österreicher/in isst ca. an die 70 kg Fleisch pro Jahr und jede/r Österreicher/in wirft rund 82 kg Lebensmittel in den Müll.

Allein Österreich importiert im Jahr 500.000 bis 600.000 Tonnen Soja aus Argentinien, Brasilien und den USA für Tierfutter. Für ein Kilo Fleisch werden 4 bis 25 Kilo Getreide benötigt. Hier liegt ein großes Potenzial, Ressourcen einzusparen:

Würden die Erträge nicht an Nutztiere verfüttert werden, könnten 3,5 Milliarden Menschen zusätzlich ernährt werden.

Auch auf das Klima – und in weiterer Folge die Ernährungssicherheit – hat die Viehzucht erheblichen Einfluss. Die Viehhaltung verursacht 18 Prozent aller Treibhausgase. Das ist mehr, als der gesamte Transportsektor.

Daher liegt für uns als Ökosoziales Forum Wien der Fokus stark auf der Lebensmittelproduktion, Verarbeitung und Umgang mit Lebensmittel, als wesentlicher Beitrag zu einer gesunden Lebensweise und einer intakten Umwelt.

Hier auch das Factsheet vom ÖSF Österreich: WFD-FactsheetHunger-Mangelernährung-und-Übergewicht-weltweit-.pdf